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Bohrbild

Das Bohrbild ist eine zentrale Planungs- und Fertigungsgrundlage, wenn Gehäuse, Koffer oder Transportbehälter mit Beschlägen, Einbauten oder Geräten ausgestattet werden. Es legt exakt fest, an welchen Positionen Bohrungen, Gewinde, Senkungen und Langlöcher entstehen, damit Scharniere, Griffe, Verschlüsse, Gerätehalterungen, Kabeldurchführungen oder Trägerplatten sicher, passgenau und dauerhaft montiert werden können. Für die Koffer- und Behälterfertigung der KKC Koffer GmbH in Stemwede-Levern ist das Bohrbild die verbindende Schnittstelle zwischen Konstruktion, CNC-Bearbeitung und Montage - vom Aluminium Koffer über den Kunststoffkoffer bis hin zu speziellen Transportbehältern und zum Mobilen Arbeits-Tisch im Koffer.

Definition: Was versteht man unter einem Bohrbild?

Unter einem Bohrbild versteht man die technische Darstellung und Spezifikation aller notwendigen Bohrungen und bohrungsnahen Bearbeitungen an einem Bauteil oder Baugruppenbereich. Dazu gehören Positionen relativ zu Bezugskanten, Durchmesser, Toleranzen, Senkungen, Fasen, Gewindetypen, Tiefe sowie Informationen zu Langlöchern, Passbohrungen, Nietpunkten oder Einpressmuttern. Das Bohrbild kann als Zeichnung, als CAD-Ableitung oder als digitaler Fertigungsdatensatz vorliegen. Im Kontext von Koffern, Gerätekoffern, Demokoffern, Musterkoffern, Präsentationskoffern, Industriekoffern und Transportkoffern definiert es die Montagepunkte für Beschläge, Einbauteile, Trägerplatten, Halterungen oder Schnittstellen - damit Funktion, Stabilität, Dichtheit und Ergonomie gewährleistet sind.

Bedeutung des Bohrbilds für Koffer, Transportbehälter und Einbauteile

Das Bohrbild steuert die präzise Umsetzung von Konstruktionszielen in die Fertigung. Es ermöglicht eine reproduzierbare Montage von Scharnieren, Schlössern, Griffen, Rollen, Gasdruckfedern, Elektronikträgern, Steckverbinderfeldern, Durchführungen oder Typenschildern. Für die Produkte der KKC Koffer GmbH - Koffer, X-PCK Rucksack Koffer, Mobiler Arbeits-Tisch im Koffer, Aluminium Koffer, Kunststoffkoffer, Transportbehälter, Schaumstoffeinlagen und Branding - ist die saubere Bohrbilddefinition entscheidend, um mechanische Belastbarkeit, Schutzarten, Bedienbarkeit und die Integration kundenspezifischer Einbauten sicherzustellen.

Typische Elemente eines Bohrbilds

Ein vollständiges Bohrbild umfasst in der Regel folgende Angaben und Merkmale:

  • Bezugssystem: Nullpunkt, Bezugskanten, Koordinatensystem, Bauteilseite (Innen/Außen, Boden/Deckel).
  • Geometrie: Bohrungsdurchmesser, Langlöcher, Passbohrungen, Senkungen (z. B. 90°), Fasen, Gewinde (z. B. M3-M6), Einpresssitze.
  • Toleranzen: Lage-, Durchmesser- und Formtoleranzen für präzise Passungen; Hinweise auf Passstifte oder Justiermöglichkeiten.
  • Material- und Prozesshinweise: Späneflugrichtung, Bohrreihenfolge, Mindestabstände zum Bauteilrand, Einbringung von Nietmuttern, Gewindebuchsen oder Einlegeteilen.
  • Funktion: Zuordnung zu Beschlagtypen, Kabeldurchführungen, Belüftungsöffnungen, EMV-Maßnahmen, Dichtflächen.
  • Revisionsstand: Index, Datum, Änderungsgrund, Zuordnung zu Projekt/Serie für Rückverfolgbarkeit.

Material- und Fertigungseinfluss auf das Bohrbild

Aluminium Koffer

Aluminiumprofile und -bleche lassen präzise Bohrungen, Senkungen und Gewinde zu. Das Bohrbild berücksichtigt Wandstärken, Versteifungen und die Gefahr von Aufbauschneiden. Häufig werden Nietmuttern, Einpressmuttern oder Gewindebuchsen vorgesehen, um sichere Schraubverbindungen in dünnwandigen Bereichen zu realisieren. Für IP-relevante Durchbrüche sind Dichtscheiben, O-Ringe oder Flanschdichtungen im Bohrbild mitgedacht.

Kunststoffkoffer

Bei Thermoplasten ist der Wärmeeintrag und die Rissvermeidung zu beachten. Das Bohrbild definiert reduzierte Anzugsmomente, größere Unterlegscheiben oder hinterlegte Verstärkungsplatten. Für Schraubverbindungen werden häufig Messing-Einlegeteile eingesetzt. Langlöcher und Senkungen werden so dimensioniert, dass Materialfluss und Kriechverhalten berücksichtigt sind.

Transportbehälter

Ob Metall, Kunststoff oder Verbund: Das Bohrbild legt Mindestabstände zu Kanten, Rippen und Sicken fest. Für schwere Einbauten wird zusätzlich ein Gegenplattenkonzept vorgesehen, damit Kräfte flächig eingeleitet werden und Dauerschwingbelastung nicht zu Ausreißern führt.

Bohrbilder für Kofferschalen, Deckel und Trägersysteme

In Kofferschalen und Deckeln liegen Bohrbilder häufig auf unterschiedlichen Bezugsebenen. Für Trägerplatten (z. B. für Messgeräte, Netzteile, Schalterfelder) werden eigene Bohrbilder erstellt, die mit dem Gehäuse-Bohrbild abgestimmt sind. Passbohrungen oder Justierlanglöcher ermöglichen das genaue Ausrichten von Sichtfenstern, Displays, Tastern und Frontplatten.

Elektrische, pneumatische und medientechnische Schnittstellen

Bei Koffern für Elektrotechnik oder Medizintechnik beschreibt das Bohrbild auch die Einbindung von Steckverbindern, Geräteeinbaubuchsen, Filterlüftern, Druckdurchführungen oder Schlauchkupplungen. Für gewünschte Schutzarten werden Dichtflächen, Senkungen für Dichtschrauben und Abstände zwischen Durchbrüchen berücksichtigt. EMV-Anforderungen können leitfähige Kontaktflächen oder zusätzliche Befestigungspunkte für Schirmbleche erforderlich machen.

Bohrbild und Schaumstoffeinlagen

Schaumstoffeinlagen werden nicht gebohrt, sondern gestanzt, gefräst oder wasserstrahlgeschnitten. Im übertragenen Sinne existiert jedoch ein Stanz- oder Schnittbild, das auf das Bohrbild der Hartkomponenten abgestimmt wird. So stehen Befestiger, Schraubenköpfe und Kabelwege nicht mit formschlüssigen Ausnehmungen in Konflikt. Für eine klare Zuordnung empfiehlt sich die Kennzeichnung von Einlagenlage, Entnahmerichtung und Fingerzügen.

Anwendungsbezug: X-PCK Rucksack Koffer und Mobiler Arbeits-Tisch im Koffer

Im X-PCK Rucksack Koffer legt das Bohrbild die Montagepunkte für innere Träger, Halterungen, leichte Energieversorgungskomponenten und Schnittstellen fest. Beim Mobilen Arbeits-Tisch im Koffer definiert das Bohrbild zusätzlich die Befestigungen für Arbeitsfläche, Stützen, Gerätehalter, Kabelmanagement, Steckdosenmodule und ggf. Monitor- oder Messgeräteaufnahmen. Je nach Einsatzbereich - Prüfunternehmen, IT-Dienstleister, Service-Handwerker, Mobile-Handwerker, Messtechnik-Hersteller, Klimatechnik, Moderatoren, Berater, Messeausruester, Elektro-Anlagenbau, Elektro-Installation und Maschinenbau - variieren Lochraster, Tragfähigkeiten und Positionen der Anschlussfelder.

Datenübergabe, Formate und Toleranzen

Für eine eindeutige Fertigungsbasis werden Bohrbilder häufig als DXF/DWG (2D) oder STEP (3D) bereitgestellt und durch ein lesbares PDF ergänzt. Sinnvoll sind eindeutige Layer- und Farbcodierungen für Bohrtypen (Durchgang, Gewinde, Senkung, Langloch). Übliche Allgemeintoleranzen und klare Angaben zu Gewindesteigungen, Senkwinkeln und Oberflächenanforderungen erhöhen die Fertigungssicherheit. Eine revisionssichere Nomenklatur (Bauteil, Ebene, Seite, Index) erleichtert spätere Änderungen.

Qualitätssicherung und Rückverfolgbarkeit

Die Prüfung der Bohrbilder erfolgt über Erstteilfreigaben, Messprotokolle, Lehren oder Koordinatenmessungen stichprobenartig oder nach Bedarf auch umfassend. Eine eindeutige Bohrbild-ID mit Revisionsstand gewährleistet die Zuordnung zu Stücklisten, Arbeitsplänen und Montageanweisungen. Bei sicherheitsrelevanten Anwendungen können zusätzliche Dokumentationspflichten bestehen, etwa für Drehmomente oder Dichtheitsprüfungen.

Fehlervermeidung und Best Practices

  • Bezugssystem klar definieren, Seitenangaben (Innen/Außen, Boden/Deckel) unmissverständlich benennen.
  • Mindestabstände und Randzonen für Materialstärken einhalten; Gegenplatten bei hohen Lasten vorsehen.
  • Langlöcher für Justage vorsehen, wenn Bauteil- oder Beschlagstoleranzen kumulieren.
  • Gewindeträger (Nietmuttern, Einpressmuttern, Buchsen) frühzeitig festlegen und in der Zeichnung kennzeichnen.
  • Dichtflächen, Senkungen und Schraubenlängen auf Schutzart- und EMV-Anforderungen abstimmen.
  • Schnittbild der Schaumstoffeinlage mit Bohrbild der Hartteile synchronisieren.
  • Prototyp mit Funktionsprüfung vor Serieneinführung; Erkenntnisse sauber in den Revisionsstand übernehmen.

Bohrbild und Branding

Branding-Elemente wie Typenschilder, geprägte Embleme oder bedruckte Tafeln werden über dedizierte Bohrbilder befestigt, wenn die Applikation nicht klebend erfolgt. Dabei sind Sichtachsen, Leseabstände und Oberflächenübergänge zu berücksichtigen. Bei frontseitigen Senkungen für verdeckte Verschraubungen verbessert eine definierte Fase die optische Qualität und erleichtert die Montage.

Praxisbezug in den Einsatzbereichen

Demokoffer, Musterkoffer und Präsentationskoffer

Das Bohrbild legt Montagepunkte für Präsentationstafeln, Austauschmodule, Verriegelungen und Beleuchtung fest. Justierlanglöcher ermöglichen den schnellen Wechsel von Exponaten.

Gerätekoffer, Koffer für Messgeräte und Koffer für Elektrotechnik

Bohrbilder definieren Schnittstellen für Netzanschlüsse, Sensorik, Lüftung und Befestigungspunkte für Messmodule. Schutzart, EMV-Kontaktflächen und Servicezugänge werden dabei einbezogen.

Industriekoffer, Spezialkoffer und Transportkoffer

Hier stehen robuste Befestigungen im Vordergrund. Das Bohrbild berücksichtigt Lastpfade, Stoß- und Vibrationsbeanspruchung sowie das Zusammenspiel mit Gegenplatten und Dämpfungselementen.

Professionelle Koffer für Handwerker und professionelle Maschinen Koffer

Das Bohrbild koordiniert Halterungen, Werkzeugtafeln, Ladegeräteplätze und Kabelwege. Für intensive Nutzung werden Verschraubungen mit Metallgewindeträgern und servicefreundliche Zugänge ausgelegt.

Nachrüstungen, Serienänderungen und Re-Engineering

Änderungen an Beschlägen, Elektronik oder Layouts werden über neue Bohrbild-Indizes nachvollziehbar gemacht. Für Nachrüstungen empfiehlt sich die Planung von universellen Lochrastern und adapterfähigen Befestigungspunkten. Re-Engineering aktualisiert Bohrbilder, wenn Materialwechsel, neue Schutzanforderungen oder geänderte Normen dies erfordern.

Schnittstellen zu Normen und Schutzanforderungen

Bohrbilder stehen oft im Kontext von geforderten Schutzarten, mechanischen Prüfungen oder branchenspezifischen Standards. Sie dienen als technische Grundlage, um die Konstruktion so umzusetzen, dass die angestrebten Eigenschaften erreicht werden können. Angaben erfolgen dabei zweckmäßig und projektbezogen, ohne eine rechtliche Bewertung zu ersetzen.

Checkliste für die Erstellung eines Bohrbilds

  1. Bauteil, Seite und Bezugssystem eindeutig definieren.
  2. Bohrungstypen, Durchmesser, Senkungen, Gewinde, Tiefen vollständig angeben.
  3. Toleranzen, Justiermöglichkeiten und Passstifte festlegen.
  4. Materialhinweise (Einpress- oder Nietmuttern, Gegenplatten, Dichtungen) ergänzen.
  5. Funktionalität (Beschläge, Elektrik/Medien, Sichtfenster, Bedienung) absichern.
  6. Schnittbild der Schaumstoffeinlage abgleichen.
  7. Datenformate (DXF/DWG/STEP + PDF), Benennung und Revisionsstand konsistent führen.
  8. Prototypenprüfung und Dokumentation vor Serienfertigung durchführen.

Letzte Aktualisierung:

11.06.2026 um 08:33 Uhr

zuletzt bearbeitet von:

Antje Egbert